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Kernspintomographie (MRT)


Die Kernspintomographie ist ein heute weltweit etabliertes Schnittbildverfahren, welches mit einem starken Magnetfeld und Hochfrequenzimpulsen arbeitet. Die Vorteile liegen insbesondere in der fehlenden Strahlenbelastung sowie in der überlegenen Darstellung der meisten Organe (Ausnahme Lunge) sowie aller Weichteile und Gelenke. Ferner lassen sich z.B. im Gehirn ganz frische Durchblutungsstörungen darstellen. 
Die Kernspintomographie ist nicht möglich bei Trägern von Herzschrittmachern, Defibrillatoren sowie Neurostimulatoren. Metallteile im Körper (z.B. Gelenkprothesen oder Stents) sind in der Regel bedenkenlos und führen nur lokal zu Bildstörungen. In Zweifelsfällen besprechen wir mit Ihnen vor der Untersuchung, ob eine Gefährdung oder Problematik durch die Metallteile besteht. 
Ein weiteres Problem stellt die Platzangst dar, welche in manchen Fällen eine Untersuchung unmöglich macht. Gerne können Sie sich bereits im Vorfeld der Untersuchung das Gerät ansehen. Es ist auch möglich, eine Begleitperson mitzubringen, die auch während der Untersuchung im Raum mit anwesend sein darf. 
Sedierung: Sollte auch das nicht helfen, haben wir gute Erfahrungen mit einer vorherigen Gabe eines leichten Beruhigungsmittels. In diesem Fall sollten Sie in den nächsten 24 Stunden nicht selbst Auto fahren. 

Was ist Kernspintomografie?
 
Mit Hilfe eines extrem starken, riesigen Elektromagneten und zusätzlicher Hochfrequenzimpulse im UKW-Bereich (entsprechend den Radiowellen) ist es möglich, die Struktur der inneren Organe in Quer-, Längs- und Schrägschnitten darzustellen, so daß krankhafte Abweichungen vom Normalen zu erkennen sind. Die erforderliche Größe des Magneten führt dazu, daß der Patient mit seinem ganzen Körper innerhalb des Untersuchungsgerätes liegt. Durch gewollte schnelle Änderungen des Magnetfeldes entstehen auch starke Klopfgeräusche, physikalisch vergleichbar dem Donner bei Gewitter. 
Deshalb wird das Gehör durch Kopfhörer / Ohrstöpsel geschützt. Die Assistentin beobachtet Sie während der gesamten Untersuchung. Sie steht über eine Sprechanlage mit Ihnen in Verbindung. Auf Wunsch des Patienten kann die Untersuchung jederzeit unterbrochen werden. Zu diesem Zweck erhalten Sie eine Klingel. 
  
Sind Kontrastmittel erforderlich?
 
Bei bestimmten Fragestellungen kann die intravenöse Injektion eines Kontrastmittels erforderlich werden. Die dabei verwendete Substanz verursacht keine allergischen Reaktionen. Nur in seltenen Fälle kann es zu einem Wärmegefühl kommen.

Ist die Untersuchung gefährlich?
 
Weder das Magnetfeld noch die Radiowellen bewirken irgendeine Gefährdung, so daß auch Schwangere untersucht werden können. Lediglich Patienten, die einen Herzschrittmacher tragen, dürfen nicht in die Kernspintomografie, da die Regelung des Schrittmachers verstellt werden könnte. 
Durch das starke Magnetfeld des Kernspintomografen können die Informationen auf Scheckkarten gelöscht werden. Außerdem können alle magnetisierbaren Gegenstände (Schlüssel, Uhren, Stifte, Münzen usw.) aus der Tasche gezogen werden und mit hoher Geschwindigkeit in das Gerät fliegen. Aus diesem Grund müssen alle diese Gegenstände in der Kabine abgelegt werden. 
  
Ist die Untersuchung belastend oder schmerzhaft?
 
Von Ihnen wird nur erwartet, daß Sie je nach erforderlicher Untersuchung zwischen 10 und 20 Minuten ganz still liegen. Die gelegentlich erforderliche Kontrastmittelinjektion ist im allgemeinen nicht schmerzhaft.  
  
Wann erhalte ich die Ergebnisse?
 
Bei der Untersuchung entsteht eine große Anzahl von einzelnen Aufnahmen der inneren Organe, die vom Arzt genau betrachtet und analysiert werden müssen. Häufig ist eine zusätzliche, computergestützte Auswertung erforderlich, die Zeit in Anspruch nimmt. 
Im Einzelfall wird mit Ihnen abgesprochen, ob Sie auf die Ergebnisse warten können oder sie zu einem späteren Zeitpunkt erhalten. 
MRA // MR-Angiographie
Hier ist eine exakte Darstellung der Gefäße in allen Körperregionen möglich, wobei das Kontrastmittel nur in die Vene injiziert wird bzw. für die Kopfgefäße kein Kontrastmittel erforderlich ist. Eine arterielle Punktion wie bei der konventionellen Angiographie ist nicht notwendig, somit entfällt das Risiko einer Blutung. Außerdem sind die anschließend notwendige 4-stündige Bettruhe sowie der Druckverband nicht mehr erforderlich. Eventuelle Komplikationen der arteriellen Punktion (z.B. Blutung, Gefäßverletzung,Fistelbildung) entfallen ebenfalls. Mit Hilfe der gewonnenen Bilder kann anschließend eine exakte Therapieplanung (z.B. Gefäßerweiterung mit oder ohne Einsatz eines Stents oder auch Operation) diskutiert werden. 
Vorbereitung:
Eine spezielle Vorbereitung ist nicht erforderlich. Im Gegensatz zur bisher etablierten konventionellen Angiographie müssen auch keine blutverdünnenden Maßnahmen abgesetzt werden. Für MR-Angiographien bei denen ein Kontrastmittel eingesetzt wird, muss ein aktueller Serumkreatinin-Wert vorliegen. Dies gilt insbesondere bei Patienten, die älter als 50 Jahre sind, oder bei denen Nierenerkrankungen bekannt sind.

MR-Sellink
Darstellung des gesamten Dünndarmabschnitts zum Ausschluss von Engstellungen, entzündlichen oder tumorösen Veränderungen. Die Vorteile gegenüber der konventionellen Dünndarmdarstellung bestehen in der fehlenden Strahlenbelastung sowie in der für den Patienten wesentlich angenehmeren Handhabung, da das Legen einer Nasensonde nicht erforderlich ist, bzw. bezüglich der von uns angewandten Methode ohne Nasensonde eine deutliche Reduktion der gesamten Untersuchungsdauer besteht. Nachteil ist die fehlende Darstellung der Dynamik des Dünndarms. 

MR-Galle (MRCP)
Darstellung der Gallenwege sowie des Gangs der Bauchspeicheldrüse mittels hochauflösender Dünnschicht-Sequenzen. Hierbei können neben entzündlichen und tumorösen Veränderungen auch kleine Steine in den Gängen erkannt werden, die z.T. schwere Koliken verursachen. Dies war bisher nur mittels der sogenannten ERCP möglich, wobei dies für den Patienten zum einen den Nachteil einer unangenehmen Magenspiegelung und zum anderen die erhöhte Gefahr einer Bauchspeicheldrüsenentzündung durch die Injektion von Kontrastmittel in die Gänge mit sich brachte.

MR-Urographie
Gute überlagerungsfreie Darstellung der harnableitenden Wege, ohne dass hierfür die Gabe eines jodhaltigen Kontrastmittels (Allergiegefahr/potentielle Nierenschädlichkeit) notwendig ist. Die MR-Urographie kann relativ einfach im Rahmen einer Bauchuntersuchung ergänzt werden. 

MR-/ Kernspin-Mammographie
-s.u. Mammographie -

Kernspintomografie   Information zur Untersuchung 

Terminvereinbarung erforderlich 
bei Platzangst erfolgt eine entsprechende Vorbereitung 
gegen die untersuchungsbedingten Klopfgeräusche wird Gehörschutz verabreicht 
die Untersuchung kann vom Patienten jederzeit unterbrochen werden 
pausenloser Kontakt über Mikrofon und Videokamera zur Assistentin 

Kernspintomografie*   Untersuchungsgründe (Indikationen) 
 
  1. Schädel (Standard) 
  Alle intrakraniellen* Erkrankungen 
  
  2. Schädel (Sellaregion*) 
  Erkrankungen des neuroendokrinen* Systems mit Hinweisen auf eine hypothalamisch-hypophysäre* Ursache* bzw. Lokalisation*.
Erkrankungen des Sehnerven und/oder der Augenmuskelnerven oder des Sinus* ca-vernosus*. 
  
  3. Schädel (Schädelbasis und KHBW*) 
  Erkrankungen der basisnahen Strukturen des ZNS*, insbesondere des Hirnstamms.
Erkrankungen der Schädelbasis und der angrenzenden Nasennebenhöhlen mit zentralen und/oder peripheren Hirnnervenstörungen. Schädelbasisverletzungen mit Liquorfistel*. 
  
  4. Hirngefäße 
  Nachweis oder Ausschluß einer Sinus-/Hirnvenenthrombose in Verbindung mit der Schnittbilddiagnostik. 
  
  5. Gesichtsschädel 
  Beurteilung der Lage und Ausbreitung von Tumoren und pseudotumorösen* entzündlich-granulomatösen* Erkrankungen des Viszerokraniums*. Nachweis und Differenzierung von Fehlbildungen des Gesichtsschädels.
Keine primäre MR-Indikation*: Gesichtsschädelverletzungen und unspezifische und unkomplizierte entzündliche Erkrankungen.
  
  6. Orbita* 
  Nachweis oder Ausschluß von tumorösen und entzündlichen Erkrankungen der Orbita.
Nachweis und Differenzierung von Fehlbildungen.
Endokrine Orbitopathie*.
Verletzungen des Sehnerven.
Ätiologische Abklärung* einer Optikusatrophie*.
Suche nach nicht-ferromagnetischen* Fremdkörpern. 
  
  7. Kiefergelenke 
  Gelenksdysfunktion* 
  
  8. Halsweichteile 
  Abklärung von Fehlbildungen, insbesondere Fehlbildungstumoren* und Zysten* und klinisch unklarer Befunde der Halsweichteile incl. des Plexus cervicalis*. Pathologische Prozesse, die sich der klinischen, endoskopischen*, sonografischen Diagnostik* aufgrund ihrer Lage und/oder Ausdehnung entziehen (z.B. Pharynx*, Speicheldrüsen). Staging* und Nachsorge von Tumoren. 
  
  9. Halsgefäße 
  Dissektionen*, Stenosen* und Gefäßanomalien* der supraaortalen* Arterien*, insbesondere bei unklarem Farbdopplerbefund*. 
  
  10. Wirbelsäule und Spinalkanal 
  Abklärung spinaler Fehlbildungen.
Abklärung frischer Traumafolgen, insbes. Beurteilung von Rückenmarks-/ Kauda-Kompressionen, intramedullären Blutungen, Nervenwurzelausrissen.
Abklärung alter Traumafolgen.
Abklärung einer nicht traumatischen Querschnittssymptomatik. Abklärung einer mono- oder mehrsegmentalen Radikulopathie.
Abklärung einer konstanten oder fluktuierenden Myelopathie (Tumor, Entzündung, Ischämie, Syringomyelie, AVM).
Suche nach Abtropfmetastasen oder Wirbelmetastasen bei Patienten mit bekanntem Tumorleiden.
Therapieplanung und Therapiekontrolle von Tumoren der Wirbelsäule und des Spi-nalkanals.
 
Keine validierte Standard-Indikation: Funktionsuntersuchungen. 
  
  11. Sakrum und Sakroiliakalgelenke 
  Klinische Hinweise auf einen pathologischen Prozess. 
  
  12. Bewegungsapparat 
  Schultergelenk und Supraclavicularregion
Ellbogengelenke
Handgelenke
Hüftgelenke
Kniegelenke
Sprunggelenke und Fußgelenke
 
Differenzierung von degenerativen, infektiösen und nichtinfektiösen entzündlichen , von tumorösen und posttraumatischen Erkrankungen der Knochen, Gelenke und Weichteile.
Osteonekrose, Epiphysiolyse, transitorische Osteoporose. 
  
  12 a. Extremitäten 
  Indikationen wie oben.
Zusätzlich: MR im Rahmen der Therapieplanung und Therapiekontrolle von Knochen- und Weichteiltumoren zur genauen Beurteilung von Lokalisation, Ausdehnung und Volumen des Prozesses. 
  
  13. Thorax und Mediastinum 
  Nachweis, Ausbreitungs- und Lokalisationsdiagnostik von Raumforderungen der Tho-raxwand und des Mediastinums.
Nachweis oder Ausschluß der Beteiligung mediastinaler Lymphknoten im Rahmen entzündlicher oder neoplastischer Lymphknotenerkrankungen. Bestimmung der Ausdehnung von Entzündungen und Tumoren der Wirbelsäule und des hinteren Mediastinums. 
  
  14. Herz und große Gefäße 
  Nachweis und Beurteilung komplexer kongenitaler Fehlbildungen des Herzens und der großen Gefäße und deren postoperative Kontrolle.
Nachweis oder Ausschluß intrakavitärer und muraler Raumforderungen des Herzens sowie entzündlicher und tumoröser Perikarderkrankungen.
Rechtsventrikuläre Myokarddysplasie.
Aneurysmen und Dissektionen der Aorta.
Ergänzende Diagnostik bei nicht konklusiver echokardiographischer Vordiagnostik. 
  
  15. Abdomen (Leber, Milz) 
  Nachweis und Differenzierung oder Ausschluß fokaler Leber- und Milzläsionen. Nachweis und Lokalisation von Gallenwegsobstruktionen. Hämochromatose/-siderose. 
  
  16. Retroperitoneum (Pankreas) 
  Tumorverdacht bei sonografisch und computertomografisch nicht konklusivem Befund. 
  
  17. Retroperitoneum (Nieren, Nebennieren, große Gefäße, Lymphknoten) 
  Nachweis und Differenzierung oder Ausschluß fokaler Nierenläsionen, insbes. bei Kontraindikationen gegen Röntgenkontrastmittel.
Differenzierung von Nebennierenvergrößerungen und Nebennierentumoren. Lokalisation und Ausdehnungsbestimmung von anderen retroperitonealen Tumoren und Entzündungen.
Nachweis retroperitonealer Lymphknotenveränderungen. 
  
  18. Weibliches und männliches Becken 
  Nachweis, Lokalisations- und Ausbreitungsdiagnostik von entzündlich- abszedieren-den Prozessen und organüberschreitenden Tumoren des Beckens.
Im Bedarfsfall Staging von Tumoren.
Anorektale Fehlbildungen und Fehlbildungen der Genitalorgane.
Endometriose. 
  
  19. Mamma 
  Unklare Röntgenmammografie- und Mammasonografiebefunde bei Narben nach Operation bzw. Fibrose nach Strahlenbehandlung wegen eines Mammakarzinoms.
Unklare Sonografiebefunde der Brust nach Aufbauplastik wegen eines Mammakarzi-noms.
Gesicherter Lymphknotenbefall eines axillären Lymphknotens bei unauffälliger Röntgenmammografie und Mammasonografie. 
  
  20. Gefäße 
  Erkrankungen der Aorta und ihrer Äste erster Ordnung, der Pulmonalarterien, der Becken-Bein-Gefäße sowie der großen Venen und der portal-venösen Strombahn.